
Hast du im Weinregal schonmal Namen entdeckt, die dir bekannt vorkommen, aber irgendwie doch anders klingen als gewohnt? Hinter Souvignier Gris oder Cabernet Blanc stecken besondere Trauben mit einer spannenden Geschichte. Sie wurden gezüchtet, um den nachhaltigen Weinbau zu revolutionieren. Für mehr Genuss und weniger Belastung für die Natur. Denn die sogenannten PIWI-Rebsorten sind besonders robust und brauchen weniger Pflanzenschutz, bringen aber trotzdem richtig gute Weine hervor. Wir erklären dir, warum es sich beim nächsten Einkauf am Weinregal lohnt, genauer hinzuschauen!
PIWI steht für pilzwiderstandsfähige Rebsorten. Sie wurden gezielt gekreuzt, um den beiden größten Herausforderungen im modernen Weinbau zu widerstehen: dem Echten und Falschen Mehltau. Mitte des 19. Jahrhunderts kamen diese beiden Pilzkrankheiten aus Amerika nach Europa und vernichteten einen Großteil der heimischen Weinberge. Noch immer sind Weinreben so anfällig für den Mehltau, dass sie als die Pflanzen gelten, die am meisten gespritzt werden müssen.
Eine Lösung musste her, vor allem im Bio-Weinbau. Durch die Kreuzung von alten Rebsorten mit amerikanischen Rebsorten entstanden pilzwiderstandsfähige Rebsorten, mit denen bis zu 80 % an Pflanzenschutzmitteln eingespart werden können! Das schont nicht nur die Reben, sondern auch die Böden, das Wasser und die Artenvielfalt im Weinberg. PIWI-Rebsorten sind außerdem oft robuster gegenüber Hitze und Trockenheit – ein weiterer wesentlicher Faktor für den nachhaltigen Weinbau der Zukunft!
PIWIs sind besonders für kleine Betriebe die zukunftsfähige Alternative. Ihr Anbau ist mit niedrigeren Kosten verbunden, während die Reben stabile Erträge liefern.
Das PIWI-Kollektiv will genau diese Agrarwende gezielt vorantreiben, indem kleine Weingüter bei der Umstellung auf pilzwiderstandsfähige Rebsorten unterstützt werden.
Kleine Weinbaubetriebe können sich oft nur auf die Herstellung ihrer Trauben konzentrieren und haben dadurch große Hürden auf dem Weg zur Bio-Zertifizierung. Die Kosten der Zertifizierung würden den Umsatz bei Weitem übersteigen. Unter dem Dach des PIWI-Kollektivs können Winzerinnen und Winzer ihre Bio-Zertifizierung erhalten und werden gleichzeitig beim Ausbau von pilzwiderstandsfähigen Rebsorten unterstützt. Das Ergebnis: faire und nachhaltige Strukturen für die Zukunft des Weinbaus.
Rund 3 % der Anbaufläche für Wein in Deutschland wird bereits mit PIWI-Rebsorten bepflanzt – die Hälfte davon mit der Rebsorte Regent, die hier bereits seit 1995 angebaut wird. Sie bringt einen tiefroten, farbkräftigen und gerbstoffbetonten Wein mit Aromen von Kirschen, Zwetschgen und roten Beeren hervor. Andere Sorten sind beispielsweise Cabernet Blanc, Souvignier Gris, Muscaris oder Solaris.
Entdecke unsere Auswahl an PIWI-Weinen und probier selbst, wie gut die Zukunft des nachhaltigen Weinbaus schmecken kann!









* Um die Gleichstellung aller Geschlechter zu berücksichtigen, wird im Text (wenn das Geschlecht nicht eindeutig ist) die weibliche Form gewählt. Gleichwohl beziehen sich die Angaben auf Angehörige aller Geschlechter.
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