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Mit samenfestem Saatgut

In der ökologischen Pflanzenzüchtung spielt der Begriff „samenfest“ eine wichtige Rolle. Warum das so ist, wissen allerdings die wenigsten. Dabei ist samenfestes Saatgut und die damit verbundene vielfältige und bewusste Anpflanzung über Generationen hinweg ausgeübt und weitergegeben worden.

Nachbaufähig und vielfältig

Eine Pflanzensorte wird dann als “samenfest” bezeichnet, wenn aus ihrem Saatgut Pflanzen wachsen, die dieselben Eigenschaften und Gestalt haben wie deren Elternpflanzen. Das heißt, dass die Pflanzensamen geerntet werden können und dank der gleichbleibenden Eigenschaften bei der nächsten Aussaat in der Regel den gleichen Ertrag erzielen wie im Vorjahr. So kann die Sorte, wie es lange Tradition war, natürlich vermehrt werden. Samenfeste Sorten sind folglich zumeist alte Sorten, allerdings entstehen in der ökologischen Züchtung auch viele neue samenfeste Sorten.

Die Vorteile der Samenfeste auf einen Blick:

Eigene Vermehrung & lange Ernteperioden

Natürlich – ohne Gentechnik

Erhaltung der Vielfalt

Robuste & klimatisch angepasste “Lokalsorten”

Geschmackvoll & nährstoffreich

Verminderung von Monopolstellungen

Die Agrarindustrie und die Sortenarmut

In weniger als 100 Jahren ging durch den industrialisierten Anbau in Monokulturen der Großteil der biologischen Vielfalt verloren. Fortschritte bei der genetischen Forschung ermöglichen neue Sorten, die durch gentechnische Eingriffe mit gezielt neuen Eigenschaften ausgestattet werden können. Als bedeutender Wirtschaftsfaktor ist die Saatguterzeugung mittlerweile fest in der Hand von wenigen weltweit agierenden Chemiekonzernen.*

Die Marktlogik führt zu einem Zwang der Gewinnmaximierung und damit zu wenigen einheitlichen Sorten, die resistent sind gegen Herbizide, dabei optisch uniform und für lange Transportwege und Lagerungen geeignet. Die Wirtschaftlichkeit liegt hier im Fokus klar über den damit einhergehenden Umwelteinflüssen.

* 2013 kontrollierten die drei größten Saatgut-Konzerne 53 Prozent des gesamten Weltmarktes. (Quelle: evb.ch)

Hybridsorten schaffen Abhängigkeiten

Hybridsorten sind künstlich entstandene Sorten. Diese erzielen nach der Aussaat zwar höhere Erträge und haben eine einheitliche Qualität. Gleichzeitig können die Samen der Hybride aber nicht für den Wiederanbau genutzt werden, da mit ihnen in der Folgegeneration der Ertrag und die Qualität stark sinken. Die Nutzungsrechte der Hybridsorten liegen zudem in den Händen einiger weniger global agierender Konzerne. Da Bauern aus den Hybridpflanzen kein Saatgut gewinnen können, müssen sie es zukaufen, haben dadurch höhere Kosten und geraten zunehmend in Abhängigkeit. Gerade im Gemüsebau ist die Präsenz von Hybridsaatgut enorm. Je nach Sorte beträgt der Anteil zwischen 60 und 100 %.

Erhalt & Vergrößerung der Sortenvielfalt

Durch den Fokus auf nur wenige Hybridsorten werden traditionelle samenfeste Sorten verdrängt, langjährige Züchtungsarbeit zunichte gemacht und wertvolle genetische Ressourcen gehen verloren. Dem wirkt die ökologische Pflanzenzüchtung entgegen: Mit dem Ziel, die Vielfalt an Pflanzen zurück auf die Felder zu holen. Das kann schon im Kleingarten oder Balkonbeet beginnen. In unseren Märkten erhalten Sie deshalb viele verschiedene Sorten an samenfestem Saatgut von Bingenheimer. Für mehr Vielfalt in unseren Gärten!

Bingenheimer

Aussaat zur passenden Zeit 

Bei der Aussaat von jeglichen Pflanzen wie Gemüse, Blumen oder Kräutern gilt es den richtigen Zeitpunkt und das passende Saatverfahren anzuwenden. So müssen einige Blumen zunächst in einem kleinen Gewächshaus oder Blumentopf vorgezogen werden, während sich andere Pflanzen direkt im Garten säen lassen, sodass der Weg über die Vorkultur entfällt. Damit das jährliche Bepflanzen des Gartens problemlos vonstattengeht, haben wir Ihnen die Aussaat- und Erntezeit vieler Gemüse-, Kräuter- und Blumensorten in einem Kalender zusammengefasst. Mit einem Rechtsklick auf den Kalender können Sie diesen als Bild herunterladen, ausdrucken und an die Wand pinnen.