Was bedeutet denn eigentlich

Nachhaltiger Fisch beim SuperBioMarkt

Wer die Netflix-Dokumentation „Seaspiracy“ gesehen hat, hat sich mit großer Wahrscheinlichkeit schon mal intensiv mit der kritischen Ressource Fisch auseinandergesetzt. Hier geben wir Euch deshalb einen ganzheitlichen Überblick über die Fischprodukte in unserem Sortiment. Wo ist für uns die Grenze des dehnbaren Begriffs der Nachhaltigkeit, wie können wir das kontrollieren? Fragen, mit denen wir uns zur Sicherung unserer Qualität und Glaubwürdigkeit kontinuierlich auseinandersetzen – die Antworten wollen wir mit Euch teilen.

Richtlinien, an die wir uns bei unseren Fisch-Produkten halten

In einer Welt, die mit Klimawandel, Überbevölkerung und Artenverlust auf immer mehr Veränderung stößt, ist es für uns wichtig, Euch ausreichend zu informieren und Euch einen bewussten Einkauf zu ermöglichen. So versuchen wir einen Beitrag zum Schutz der von Überfischung bedrohten Wildfischbestände zu leisten. 

Themen wie Ressourcenschonung, Nachhaltigkeit und eine Klimapolitik werden heute immer relevanter. Allerdings gibt es in den Punkten für Fisch bisher keine klaren Abkommen. Fisch, Algen und Meeresfrüchte aus Aquakulturen sowie Meeresalgen sind durch die EU-Öko-Verordnung geregelt. Die Fischerei aus Wildfang findet darin leider keine Regelung. Wir richten unser Fischangebot deshalb nach den Sortimentsrichtlinien des BNN (Bundesverband Naturkost Naturwaren e.V.). Darin werden die Herkunft, Bio-Qualität und Kontrolle der Nachhaltigkeit klar festgehalten.  

Doppelte Nachhaltigkeits-Prüfung

Eine Einhaltung der geltenden Regelungen für Fisch und Meeresfrüchte, die wild gefangen oder gesammelt wurden, müssen laut BNN-Richtlinien in einer zweistufigen Authentifizierung nachgewiesen werden. Im Sinne dieser Richtlinien und zur Gewährleistung der Rückverfolgbarkeit gelten nur bestimmte Kontrolleinrichtungen und Zertifizierer als geeignet. Wichtig hierbei ist, dass es immer zwei verschiedene Institutionen sein müssen:  

  • Eine unabhängige Institution muss die Fischart oder eine bestimmte geografische Herkunft prüfen und als vertretbar einstufen. 
  • Eine weitere unabhängige Kontroll- oder Zertifizierungsreinrichtung muss den Nachweis führen, dass Fang, Gewinnung und Herstellung gemäß den strengen Anforderungen durchgeführt worden sind.

Eine solche zweistufige Prüfung gilt im Übrigen für alle Fischerei-Betriebe, ob groß oder klein. Insofern Bestände von den Institutionen als gefährdet eingestuft werden, dürfen Sie nach den BNN-Richtlinien nicht von den Betrieben gefischt werden, wenn nicht vom BNN eine  Sonderregelung erlassen wurde. Denn das wichtigste Ziel der festgehaltenen Richtlinien zur Fischerei ist, die Fischbestände zu schützen. Daher ist es für uns auch ein Muss, dass der BNN auch die Arbeit der Kontroll-Institutionen fortlaufend kritisch hinterfragt und verbindliche Anforderungen für seine Mitglieder vorgibt. 

Anforderungen an eine nachhaltige Fischerei
Die Anforderungen umfassen nach den BNN-Sortimentsrichtlinien mindestens die folgenden Kriterien: 
  • Die Bestandsgröße der Wildfischbestände lässt einen nachhaltigen Fischereiertrag zu. 
  • Der ausgeübte Fischereidruck ist so niedrig, dass er den Bestand nicht gefährdet. 
  • Es werden keine Jungfische gefangen. Jungfische sollen sich vor dem Fang bereits fortgepflanzt haben. Für Tiere, die nach dem ersten Laichen sterben (z. B. Lachs, Tintenfisch), gilt diese Anforderung nicht 
  • Es werden keine destruktiven Fangmethoden eingesetzt, die viel Beifang erzeugen oder die empfindliche Meereshabitate zerstören. Grundschleppnetze gelten als destruktive Fangmethode. Kleinere und leichtere, semipelagische Scherbrettschleppnetze (Typ OTB) dürfen dann zum Einsatz kommen, wenn durch fachkompetente, unabhängige Institutionen belegt ist, dass sie im Fanggebiet nicht destruktiv wirken 
Festgelegte Kontrolleinrichtungen
In den BNN-Sortimentsrichtlinien festgelegte Kontrolleinrichtungen sind aktuell die folgenden:  
  • ASMI (Alaska Seafood Marketing Institute) 
  • FOS (Friend of the Sea) 
  • IRF (Iceland Responsible Fisheries) 
  • KRAV Ekonomisk Förening Naturland 
  • MSC (Marine Stewardship Council) 
  • Pêche Responsable 

Hier findest Du übrigens eine Stellungnahme zur “Seaspiracy”-Doku von MSC:

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